Kultur, Tradition und religiöses Zusammenleben in Österreich
Österreichs Kultur ist eines unserer größten gesellschaftlichen und historischen Aushängeschilder. Sie verbindet unsere Geschichte mit der Gegenwart und gibt unserem Land eine eigene Identität. Traditionen, Bräuche, Kunst, Musik, Literatur und das kulturelle Vereinsleben sind wesentliche Bestandteile unseres gesellschaftlichen Zusammenhalts. Deshalb ist es wichtig, unsere kulturellen Wurzeln zu bewahren und gleichzeitig Raum für neue Entwicklungen und kreative Impulse zu schaffen.
Junge Künstlerinnen und Künstler fördern
Österreich soll ein Land sein, in dem junge Künstlerinnen und Künstler unabhängig von ihrer sozialen Herkunft, ihrem Geschlecht, ihrer Religion oder anderen persönlichen Merkmalen faire Chancen erhalten. Talent und Leistung müssen entscheidend dafür sein, wer ein Stipendium oder eine öffentliche Förderung erhält.
Dazu braucht es transparente und nachvollziehbare Vergabekriterien sowie faire Auswahlverfahren. Junge Talente sollen frühzeitig entdeckt und gezielt gefördert werden. Der Staat sollte insbesondere dort unterstützen, wo junge Menschen über das notwendige Talent verfügen, aber aufgrund ihrer finanziellen oder sozialen Situation nicht über dieselben Möglichkeiten verfügen wie andere.
Eine starke Kulturpolitik darf sich dabei nicht ausschließlich auf etablierte Institutionen konzentrieren. Auch Nachwuchskünstler, freie Kulturschaffende und innovative Projekte müssen die Möglichkeit erhalten, sich zu entwickeln und langfristig einen Beitrag zur österreichischen Kulturlandschaft zu leisten.
Vereine, Chöre und regionale Traditionen stärken
Eine besondere Bedeutung haben auch die zahlreichen Vereine, Chöre und Kulturinitiativen in unseren Gemeinden und Regionen. Sie leisten einen wichtigen Beitrag zum gesellschaftlichen Zusammenhalt und tragen dazu bei, regionale Traditionen, Musik, Brauchtum und Gemeinschaftskultur lebendig zu halten.
Viele dieser Organisationen werden von ehrenamtlich engagierten Menschen getragen und verfügen dennoch über begrenzte finanzielle Mittel. Deshalb sollte die öffentliche Hand Vereine und Chöre stärker und verlässlich unterstützen. Förderungen müssen dabei transparent, nachvollziehbar und möglichst unbürokratisch zugänglich sein.
Kultur findet nicht nur in großen Theatern, Museen und Konzerthäusern statt. Sie findet ebenso in Gemeinden, Vereinen, Musikgruppen, Chören und bei regionalen Veranstaltungen statt. Diese Vielfalt gilt es zu erhalten.
Religion als Teil der österreichischen Kultur
Auch Religion ist ein Bestandteil der österreichischen Kultur und Geschichte. Das Christentum hat Österreich über Jahrhunderte geprägt und ist ein wesentlicher Bestandteil unserer historischen und kulturellen Entwicklung. Kirchen, Klöster, religiöse Feiertage und christliche Traditionen sind bis heute sichtbar und prägen das gesellschaftliche Leben unseres Landes.
Gleichzeitig ist Österreich heute eine religiös vielfältige Gesellschaft. Auch das Judentum, der Islam und andere Religionsgemeinschaften gehören zur österreichischen Gegenwart und leisten einen Beitrag zu unserem gesellschaftlichen und kulturellen Leben.
Aus dieser Vielfalt ergibt sich eine klare Verantwortung des Staates: Alle gesetzlich anerkannten Religionsgemeinschaften müssen im Rahmen der österreichischen Rechtsordnung fair und gleichberechtigt behandelt werden. Religionsfreiheit und die freie Ausübung des Glaubens müssen gewährleistet sein, solange dabei die Gesetze unseres Landes eingehalten werden.
Dabei darf es keinen Unterschied machen, welcher Religion ein Mensch angehört. Jeder Mensch soll grundsätzlich die Möglichkeit haben, seinen Glauben auszuüben und dafür geeignete Gebets- und Versammlungsräume zu nutzen. Öffentliche Unterstützung muss nach transparenten und nachvollziehbaren Kriterien erfolgen und darf nicht von der Religionszugehörigkeit abhängig gemacht werden.
Klare Regeln für religiöse Einrichtungen
Gleichzeitig braucht es klare und einheitliche Regeln dafür, wo und unter welchen Bedingungen religiöse Einrichtungen betrieben werden dürfen. Private Gebetsräume oder religiöse Vereine in Wohnhäusern müssen denselben rechtlichen Anforderungen entsprechen wie vergleichbare Einrichtungen anderer Religionsgemeinschaften. Wo eine Nutzung gegen Bau-, Sicherheits-, Vereins- oder sonstige gesetzliche Bestimmungen verstößt, muss der Staat konsequent einschreiten.
Religiöse Einrichtungen sollen transparent organisiert sein und den österreichischen Rechtsstaat anerkennen. Finanzierung, organisatorische Strukturen und Verantwortlichkeiten müssen nachvollziehbar sein. Religiöse Freiheit darf nicht als Freibrief für Rechtsverstöße, Extremismus oder die Einflussnahme ausländischer Akteure auf das gesellschaftliche Zusammenleben verstanden werden.
Für islamische Einrichtungen braucht es daher klare Qualitäts- und Transparenzstandards. Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGÖ) sollte dabei stärker in die Verantwortung genommen werden, insbesondere hinsichtlich der Einhaltung gesetzlicher Vorgaben, der Transparenz religiöser Strukturen sowie der Prävention von Extremismus und Antisemitismus.
Reform des Islamgesetzes und gemeinsamer Kampf gegen Extremismus
Das Islamgesetz sollte auf seine heutige gesellschaftliche und rechtliche Situation hin überprüft und dort reformiert werden, wo dies notwendig ist. Ziel muss ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Religionsfreiheit, staatlicher Neutralität und dem Schutz der österreichischen Rechtsordnung sein.
Diskriminierung aufgrund der Religionszugehörigkeit darf in Österreich keinen Platz haben. Das gilt selbstverständlich auch für Musliminnen und Muslime. Gleichzeitig muss von allen Religionsgemeinschaften und ihren Mitgliedern erwartet werden, dass sie die österreichische Rechtsordnung, die demokratischen Grundprinzipien und die Grundrechte anderer Menschen respektieren.
Besonders entschlossen muss gegen Antisemitismus, religiösen Extremismus und Radikalisierung vorgegangen werden. Religiöse Organisationen tragen hierbei eine besondere Verantwortung. Die IGGÖ und andere islamische Organisationen sollen deshalb verpflichtet und zugleich dabei unterstützt werden, antisemitische Inhalte, extremistische Ideologien und Aufrufe zu Gewalt innerhalb ihrer Strukturen konsequent zu bekämpfen und entsprechende Verdachtsfälle den zuständigen Behörden zu melden.
Eine Kulturpolitik mit Selbstbewusstsein und Offenheit
Österreich soll seine kulturellen und historischen Wurzeln selbstbewusst bewahren. Gleichzeitig bedeutet kulturelle Identität nicht Abschottung. Eine lebendige Kultur entsteht auch durch Austausch, neue Ideen und die Begegnung unterschiedlicher Traditionen.
Unser Ziel sollte daher ein Österreich sein, das seine eigenen Traditionen kennt und pflegt, junge Talente fördert, das Ehrenamt und regionale Kultur stärkt und gleichzeitig allen Menschen die Möglichkeit gibt, im Rahmen unserer Rechtsordnung Teil unserer Gesellschaft zu sein.
Österreich soll seine kulturelle Identität bewahren, ohne andere auszugrenzen – und Vielfalt ermöglichen, ohne die gemeinsamen Regeln unseres Landes aufzugeben.